Der Rig-Rundown mit ALITA

Hier verrät euch die Band ALITA, welches Equipment sie im Proberaum benutzt

Er ist so etwas wie die Komfortzone eines jeden Musikers und kann getrost auch als „heilige Halle“ bezeichnet werden: der Proberaum. Hier probt ihr unbehelligt so lange, bis alles perfekt sitzt. Erste Recordings entstehen hier, gemeinsames Songwriting findet hier statt. Die Wände der meisten dieser Räume könnten die interessantesten Storys erzählen über die vielen Stunden des unermüdlichen Wiederholens, des Ausprobierens, Abhängens und von alldem, was sich dazwischen abgespielt. Neben der (Wohlfühl-)Atmosphäre, die ihr euch schafft, ist vor allem die technische Ausstattung wichtig. Die Band ALITA lässt uns dazu einen exklusiven Blick über ihre Schultern werfen. Sie erklärt uns im sogenannten Rig-Rundown, mit welchen Tools sie am liebsten arbeitet und wie ihr Proberaum-Setup aussieht.


ALITAs Proberaum ist auf Funktionalität ausgelegt

Deborah (Gesang) und Vitali (Gitarre & Technik) machen schon seit einigen Jahren zusammen Musik. Sie sind die Masterminds von ALITA. Wer sich in ihren Proberaum in Aalen verirrt, merkt schnell: Weil die beiden aktuell ihre überwiegende Zeit dem Studium widmen, muss es im Proberaum effizient zugehen. Das heißt also in ihrem Fall konkret: rein in den Proberaum, sofort loslegen und die wenige Zeit so gut wie möglich nutzen. Deshalb sind ihre heiligen Hallen zweckmäßig eingerichtet.

Band-Konstellation mit besonderen Anforderungen

Was es bei ALITA besonders spannend macht: Zu ihrem Singer/Songwriter-Sound gesellen sich vor und hinter der Bühne noch ein Streicher-Trio, Bass, Keyboard sowie ein Schlagzeug. So kommt die Band insgesamt auf acht Leute. Das heißt auch, dass sie einen grooooßen Proberaum braucht, damit es keine Rückkopplungen gibt.

 

„Das Monitoring ist das Wichtigste: Man muss sich und das eigene Instrument gut hören.“

Die richtige (Ton-)Technik ist entscheidend

Jetzt zu den Fakten: ALITA zeigen uns, welche fünf Bausteine in ihrem persönlichen Rig-Rundown unerlässlich sind und im Proberaum nicht fehlen dürfen:

 

1. Lautsprecher

In der Mitte von allen Bandmitgliedern befinden sich zwei Lautsprecherboxen. Vitali ist begeistert, dass sie schön kompakt sind. Aber nicht nur das: Mit ihren je 300 Watt können sie bei Konzerten super laut werden und sogar das Monitoring auf Open-Air-Bühnen übernehmen. Ein weiterer Pluspunkt dieser Konstellation: Die Streicher hören das gesamte Monitoring. Das kompakte, zielgerichtete Monitoring spiegelt die Band selbst wieder: ohne Umwege, pragmatisch, gut ausgewählt.

 

2. Mischpult

Neben den Lautsprecherboxen steht ein digitales Mischpult mit 32 Kanälen. Damit können sie Proberaum-Mitschnitte aufzeichnen. Das machen ALITA oft, um sich ihre Aufnahmen direkt anzuhören und gegenseitig Feedback zu geben.

 

3. Pedalboard

Zu Vitalis Füßen befindet sich ein Pedalboard. Darauf hat er neben dem Stimmgerät für seine Gitarre auch Effektgeräte und DI-Boxen stehen. Eine aktive DI-Box nutzt Vitali für die Akustikgitarre, eine passive für Metronom und Backing Tracks.

 

4. PA-Anlage

Als aktive PA-Anlage benutzt die Band einen normalen 10-Zoll-PA-Lautsprecher und einen 12-Zoll-Subwoofer.

 

5. Mikrofone

Unerlässlich sind natürlich auch die Mikrofone. Neben dem Gesangsmic sind die Instrumenten-Mikrofone unerlässlich. In ALITAs Ohren sind sie perfekt für den Einstieg geeignet. Der große Vorteil für die Band: „Sie kommen als Set, welches bereits die benötigten Halter für Akustikgitarre, Violine und Cello beinhaltet.“ Damit können sie ihre Instrumente mikrofonieren. ALITA benutzen davon vier Stück.

Last but not least hat auch das Schlagzeug sein eigenes Drum-Mikro-Set. Das DRUMSET-1 ist für ALITA der Preis-Leistungs-Sieger bei der Auswahl eines Mikrofon-Sets zur Abnahme eines Schlagzeugs.

Praxistipp: Monitoring

Ganz am Anfang haben ALITA ausschließlich mit normalen Monitor-Lautsprechern gearbeitet. Mit wachsender Professionalität und der besonderen Instrumenten-Konstellation haben Vitali und Deborah aber festgestellt, dass ihnen das allein nicht ausreicht. Deshalb sind sie zum Hybrid-Monitoring übergegangen. Sie nutzen also sowohl In-Ears als auch Lautsprecher. ALITA: „Uns ist klar, dass gerade die In-Ears ein kleiner Luxus sind, den sich nicht jede Band leisten kann und am Anfang vielleicht auch nicht braucht. Aber sie ermöglichen zum einen, dass sich Vitali frei im Proberaum bewegen kann, wenn er während der Probe die Technik nachjustieren muss. Zum anderen hören alle sich und ihr eigenes Instrument am besten.“ Ob und wie professionell es bei euch sein soll, könnt ihr ganz individuell entscheiden.

 

Das sind die Vorteile, wenn ihr euch auf der Bühne selbst um euer Monitoring kümmert

Ok, ok, das Wort Monitoring ist jetzt echt oft gefallen. Das hat aber einen Grund. Wie eingangs schon erwähnt, ist es sehr wichtig, dass ihr euch und eure Instrumente gut hört. Das gilt sowohl im Proberaum als auch auf der Bühne. Wenn ihr euer eigenes Monitoring macht, müsst ihr die Tonqualität nicht dem Zufall überlassen:

  • Nutzt die Zeit im Proberaum, um euren Sound richtig einzustellen. Das könnt ihr dort gaaaaanz in Ruhe machen. Ihr könnt euch bei digitalen Mischpulten euer In-Ear-Setup auch als Preset speichern. Vorteil: Es erspart euch den Stress auf der Bühne (vor allem, wenn der Tontechniker vor Ort mal keine Zeit dafür haben sollte) und beim Soundcheck.
  • Ihr könnt in dynamischen Live-Locations selbst nachsteuern, was ihr auf der Bühne hört und habt alles komplett unter Kontrolle. Denn ihr kennt euch und eure Bedürfnisse am besten.

Nobody’s perfect: Zerdenkt euer Setup nicht, sondern macht Musik!

Verzweifelt nicht, wenn ihr nicht sofort den perfekten Proberaum-Aufbau am Start habt. Kunst, gerade Musik, lebt von ungeschliffener Energie. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und Fehler sind erlaubt. Wie euer ganz eigener, perfekter Rig-Rundown einmal aussehen könnte, wird sich mit der Zeit ergeben. Nerdet euch am Anfang nicht zu sehr in die Technik rein. Am Ende steht doch der Spaß im Vordergrund und dass euer Zusammenspiel geil klingt.

 

„Bringt eure Musik auf Vordermann, denn das macht 90 % vom Ganzen aus. Stimmt eure Instrumente, legt einfach los und macht euch erst mal nicht so viele Gedanken, wie der Proberaum oder das Setup ist.“

Fotos ©  MaWiTa Creative / ALITA

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