Studio Monitoring: Wie du deine eigenen Songs beim Mixing abhörst

Alles rund um Lautsprecher in deinem Home Studio, guten Klang deiner Aufnahmen und saubere Ohren

CALDERA-T6

Recording- und Studio-Aktivlautsprecher, paarweise, 2 x 100 W

... 2-Wege-Aktivschaltung pro Box mit separaten Endstufen für Tief- und Hochtöner

Ob du wirklich saubere Ohren hast, darauf haben wir keinen Einfluss. Wir können dich aber dabei unterstützen, dir einen guten Überblick über die Wichtigkeit des Studio Monitorings zu geben. Denn das ist nach deiner Spielfreude und dem Home Recording der nächste große Schritt, wenn du an deinen Songs schraubst. Vor allem dann, wenn du sie mal veröffentlichen willst. Damit sie wirklich vorzeig… äh vorspielbar klingen, höre deine Aufnahmen bei jedem Schritt im Mixdown über Studiolautsprecher ab. Erst durch dieses Monitoring kann sich der ganze Klangkörper, das ganze Frequenzspektrum deiner Songs mit all seinen Nuancen entfalten und du kannst das Feintuning am besten vornehmen. Wie du optimales Monitoring zu Hause hinbekommst und dir so ein teures, professionelles Tonstudio sparen kannst, schauen wir uns jetzt an. Dafür haben wir mit Stefan Sagerervon der Band Out Of Bayerngesprochen, der ein eigenes Tonstudio hat und auch Musik produziert.

Was interessiert dich besonders?

So essenziell wie deine Stimme oder Instrument – das ist Monitoring in 6 Sätzen

Am Monitoring kommst du beim Musikmachen einfach nicht vorbei. Egal ob auf der Bühne, im Proberaum oder eben im Studio, wenn du selbst Songs aufnimmst: Monitoring heißt, dass du dich oder deine Aufnahmen über Monitor- bzw. Lautsprecherboxen hörst. Und das möglichst so, dass du eine Ahnung davon hast, was das Publikum hört. Dadurch kannst du deinen Sound einstellen und weißt genau, an welchen Stellen du eventuell nachbessern musst. Damit das beste Klangerlebnis bei deinem Live-Publikum, Bandkollegen oder Hörern ankommt.

 
Stefan Sagerer, Out Of Bayern

„Monitoring ist das Wichtigste im Studio. Denn was später mal auf CD oder irgendwelchen Plattformen gespielt wird, kommt übers Monitoring in den Mix und letztendlich an die Hörer. Hier bildet sich das ab, was später mal irgendwo läuft. Das ist wie im Kino. Wenn der Film läuft, möchtest du auch das ganze Surround-Klangerlebnis. Ich glaube, wenn jeder eine gute Monitoring-Anlage im Studio hätte, dann wäre die Qualität der Songs von vornherein sehr viel besser.“

Studio Monitoring – ein großer Schritt zur Professionalität mit nur 2 Komponenten

Du hast bereits deine Musik aufgenommen und in deiner DAW-Software (Digital Audio Workstation) liegen die Spuren, die du jetzt zu einem Song abmischen möchtest. Klar kannst du dich jetzt unter Kopfhörern verschanzen und daran herumfrickeln. Das wäre okay, wenn deine Musik ausschließlich über Kopfhörer gehört wird. Ganz wichtig ist aber zum Beispiel, wie die Songs in einem Raum klingen und sich dort entfalten, wie du dort die verschiedenen Frequenzen wahrnimmst. Und dass du die Lautstärke und Räumlichkeit der einzelnen Instrumente anpasst. Damit du ein gleichförmiges Signal und eine gute Tonqualität bekommst. Das ist beispielsweise wichtig, wenn du dein Drum Recording veredelst oder Bass mixt.

Das Gute ist, dass du schon mit wenigen Mitteln für Studioqualität zu Hause sorgst. Alles, was du dazu brauchst, sind:

  1. Zwei Lautsprecherboxen, die häufig auch als Topteile oder Hoch-/Tieftöner bezeichnet werden. Mit denen bekommst du den Stereosound. Prinzipiell würden diese schon fürs Monitoring ausreichen. Aber es geht noch druckvoller:
  2. Für gute Basstiefe, also damit du auch ein bisschen Wumms hast, nimm auch noch einen Subwoofer dazu.

Ein Abhörsystem aus diesen Bestandteilen heißt 2.1-System. Klingt simpel und ist es auch. Was nicht so simpel ist: Du solltest dein Augenmerk auf qualitativ hochwertiges Equipment legen, ohne dich haushoch zu verschulden. Aber gerade bei deiner Abhöranlage zu Hause lohnt es sich, ein bisschen zu investieren, um die Voraussetzungen für einen guten Klang zu schaffen. Das lohnt sich vor allem, wenn du dir dadurch für den Mixdown ein teures Tonstudio sparen kannst.

 
Stefan Sagerer, Out Of Bayern:

„Wenn alles in der DAW aufgenommen ist, hörst du oder der Tontechniker erst mal alles über die Monitoranlage. Wie klingt zum Beispiel die Bassdrum? Die Hi-Hat? Die Becken? Dann geht’s ans Bearbeiten deiner Rohspuren. Denn die Bassdrum soll ja nicht unbedingt klingen, als würde man in einen nassen Sack reinhauen, oder? Da  sollte schon irgendwo Druck da sein. Und dann geht’s los mit all den Kompressoren und Equalizern, die du anschließend verwendest. Du nutzt das Monitoring jedes Mal, wenn du eine Veränderung vorgenommen hast. Also immer. Denn das bildet nämlich alles ab, was du in deiner DAW machst.“

Die Magie der Geometrie – so stellst du deine Monitoring-Boxen im Heimstudio auf

Erinnerst du dich noch an die Zeit, wo man kleine, scheppernde Computerlautsprecher auf und einen Subwoofer unter dem Schreibtisch aufstellte? Fast genau so machst du das auch mit den Monitorboxen und dem Subwoofer. Die Unterschiede zu damals:

  • Der Klang deiner qualitativ hochwertigeren Monitorboxen ist deutlich besser,
  • der Subwoofer kann immer noch unter den Tisch, du solltest die Abhörlautsprecher aber nicht auf deinem Tisch abstellen. Das mag praktisch sein, falls du wenig Platz hast, verzerrt den Höreindruck aber, weil die Schreibtischplatte Schwingungen überträgt und den Sound verfälscht.

Tipp: Positioniere die beiden Topteile am besten auf Stativen hinter dem Tisch so, dass zwischen ihnen und dir ein gleichschenkliges Dreieck, das sogenannte Abhördreieck, entsteht.

 
Stefan Sagerer, Out Of Bayern:

„Die Boxen sollten weg von der Wand und weg von den Ecken sein. Also den Orten, wo sich die Frequenzen brechen und dadurch eine verzerrte Wiedergabe stattfindet. Ich musste meine aus Platzgründen an die Wand stellen. Das geht aber nur, weil ich Akustikpaneele habe und zur Absorption Bassreflexboxen nutze. Stative mit Schaumpads als Absorbern darunter wären eine noch bessere Wahl, damit du eine unverfälschte Abbildung bekommst.“

Wenn Frequenzen aus Lautsprechern kommen und sich an Begrenzungsflächen (oft Wänden) brechen, können sie sich entweder verstärken oder gegenseitig auslöschen. Diese sogenannten Raummoden kommen vor allem in quadratischen Räumen vor und verzerren das Klangbild. Mit Absorbern kannst du sie jedoch abschwächen.

 

So schnell geht’s – in drei Schritten schließt du dein Abhörsystem an und machst es betriebsbereit

Wer wie gesagt schon einmal die Computer-Lautsprecher angeschlossen hat, wird mit dem Prozedere vertraut sein. Für alle anderen:

  1. Verbinde beide Lautsprecherboxen miteinander.
  2. Schließe sie dann an den Subwoofer an.
  3. Jetzt kannst du, je nach Bedarf, deine Monitor-Anlage mit einem Mischpult oder einem Audio-Interface verknüpfen.

Dafür brauchst du nur XLR-Kabel oder Klinkenstecker.

Einmessen deiner Monitor-Anlage

Neben dem Abhördreieck sorgst du auch mit dem Einpegeln der Lautsprecherboxen und dem Subwoofer für sauberes Abhören. Es ist wichtig, dass es ein ausgewogenes Signal zwischen den Komponenten gibt und alle auf demselben Level laufen. Würde der Subwoofer zum Beispiel auf 115 dB und die Topteile auf 60 dB eingestellt sein, dann wäre der Bassanteil von dem, was du abspielst, überrepräsentiert und das Bild verzerrt.

 

 
Stefan Sagerer, Out Of Bayern:

„Ich mache das immer mit dem Smartphone. Zuerst messe ich den Subwoofer ein, danach die Lautsprecherboxen. Dafür stelle ich den Subwoofer auf null, spiele ein möglichst neutrales Geräusch wie weißes Rauschen ab und nutze irgendeine SPL-Meter-App, die den Dezibelwert anzeigt. Dann drehst du die Lautstärke nach oben. Hier bin ich meist bei 85 dB. Aber das kommt auf die jeweilige Raumgröße drauf an. Dann wiederhole ich das einzeln mit den beiden Monitoren, wo ich auch ca. 85 dB einstelle. Die Gesamtlautstärke ändere ich danach an der Monitoranlage nicht mehr, sondern regele sie direkt über das Mischpult oder das Audio-Interface.“

 

Wir wissen, dass das Feintuning deiner Aufnahmen viel Geduld braucht. Höre jede Veränderung übers Monitoring im Studio ab.Tipp: und am besten auch auf unterschiedlichen Wiedergabegeräten. So wie dein Publikum auch deine Musik hören würden. Dann bekommst du ein gutes Gefühl, ob die Auswirkungen sinnvoll sind oder nicht. Du merkst, ob dein Sound fett klingt oder noch etwas schwach auf der Brust ist. Ziel ist ein ausgewogener Gesamtmix, der auf allen Endgeräten gut klingt.

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