Gibt es das optimale Mikrofon zum Singen?

Das müssen Vokalisten beim Kauf eines Mics beachten – sowohl fürs Home-Studio als auch für die Bühne

Direkt vorweg: Ein gutes Mikrofon zum Singen muss nicht viel Geld kosten. Ein Mikrofon mit solider Technik ist natürlich notwendig, aber vor allem musst du wissen (oder herausfinden), was zu dir und deiner Stimme passt – und welchen Stil du verfolgst. Denn Musikgenre und persönliche Vorlieben spielen auf jeden Fall eine Rolle für die Auswahl. Ganz gleich, ob du auf Kehlgesang, Belting, Belcanto oder Growling stehst – wir zeigen dir, was du beim Kauf eines Mikrofons zum Singen beachten musst.

Sind dynamische Mikros zum Singen das Nonplusultra für die Bühne?

Flexibel, bodenständig, ehrlich und dreckig – genauso will man das auf der Bühne (meistens jedenfalls). Und genau das liefert ein dynamisches Mikrofon. Dazu ist es pegelfest mit einer geringen Rückkopplungsempfindlichkeit und ihr benötigt keine externe Spannungsquelle. Punk-, Blues-, Metal-, Rockbands, Krawallbrüder und -schwestern lieben dynamische Mics meistens, da sie mechanisch sehr robust sind. Wildes Schleudern und auf Bierdosen kloppen sind damit kein Problem. Auch optisch sind sie sehr authentisch und vertraut. Diese Mikrofone zum Singen nutzt und kennt irgendwie jeder.

Sind dynamische Mikros zum Singen das Nonplusultra für die Bühne?

Flexibel, bodenständig, ehrlich und dreckig – genauso will man das auf der Bühne (meistens jedenfalls). Und genau das liefert ein dynamisches Mikrofon. Dazu ist es pegelfest mit einer geringen Rückkopplungsempfindlichkeit und ihr benötigt keine externe Spannungsquelle. Punk-, Blues-, Metal-, Rockbands, Krawallbrüder und -schwestern lieben dynamische Mics meistens, da sie mechanisch sehr robust sind. Wildes Schleudern und auf Bierdosen kloppen sind damit kein Problem. Auch optisch sind sie sehr authentisch und vertraut. Diese Mikrofone zum Singen nutzt und kennt irgendwie jeder.

Auf der anderen Seite: das Kondensatormikrofon. Schon lange sind diese keine reinen Studiomikrofone mehr, sondern werden gerne auch für ein komplexeres Soundbild auf der Bühne eingesetzt. Die Soundqualität ist feiner, sie nehmen den Gesang sehr klar auf und bilden ihn detailreich ab. Vor allem Vokalisten-Typen mit großem Gesangsspektrum profitieren von dieser Technik. Denk zum Beispiel an den Queen-Sänger Freddy Mercury. Der Frequenzgang ist oft linearer und sie lösen besonders in den Höhen sehr fein auf. Manchmal ein Manko für einen Live-Auftritt: Gegenüber dem dynamischen Mic haben sie eine höhere Empfindlichkeit („Sensitivity“), was eventuell zu Rückkopplungsproblemen führen kann. Und vor allem: Kondensatormikrofone sind oft preislich gehobener und insgesamt ein wenig anfälliger für mechanische Belastungen.

On Stage überwiegen wahrscheinlich die Vorteile eines dynamischen Mikros zum Singen

Schätzungsweise 90 % der Gesangsmikrofone auf der Bühne sind dynamisch. Dies hat aber auch etwas mit Gewohnheit zu tun, denn jahrelang haben Musiker wie Tontechniker verdeutlicht, dynamische Mikrofone seien für die Bühne „gemacht“, weil sie mechanisch sehr robust sind. Umso schöner ist es, dass nicht alle mit dem Strom schwimmen und mittlerweile besonders bei Funkmikrofonen ein „zarter“ Trend zu sehen ist. Musiker setzten durchaus auch Kondensatormikros ein. Denn neben allen Empfehlungen ist es wichtig, seine eigene Erfahrung mit den Mikros zu machen. Nur so kannst du wirklich herausfinden, welches zu dir passt.

„Gutmütige Allroundermikros decken ein breites Anwendungsspektrum ab und funktionieren fast immer. Sie sind aber nicht das Maß aller Dinge.“

— S. Brünjes, Musiker und Prüftechniker im Bereich Audio bei IMG STAGELINE

Tipps, um den Sound unterschiedlicher Mikrofone zum Singen zu testen:

  • Achte auf identische Pegel am Mischpult und justiere ggf. nach.

  • Nimm alle Filter raus – schalte auf „neutral“ oder schalte ab.

  • Stelle das Mic am Mischpult per Mute-Schalter um – so ist die Zeit zwischen den Tests kürzer und du hörst am ehesten die kleinen Sound-Nuancen heraus.

  • Höre den Sound über vertraute (und immer dieselben!) Kopfhörer ab. Teste aber auch mal laut über deine gewohnte PA-Anlage – das kann natürlich auch im Übungsraum sein.

  • Halte möglichst gleichen Abstand zum Mikrofon ein bzw. variiere ihn bei allen Testkandidaten gleichermaßen.


 

Nils Wittrock von The Hirsch Effekt :

„Meine beiden wichtigsten Tipps, wenn du auf der Suche nach einem neuen Gesangsmikrofon bist: 

  1.  Mach so viele A/B-Vergleiche wie möglich. Try and Error. Daran kommst du auf der Suche nach dem besten Mikro nicht vorbei.

  2. Es ist gefährlich alleine zu gehen. Dann kaufst du eventuell ein Mikro, das sehr ähnlich wie dein jetziges klingt – das habe ich bei mir schon beobachtet. Nimm jemanden mit, der deine Stimme und die Technik einschätzen kann. Also eine Person, die von außen dein Zusammenspiel mit dem Mikrofon beurteilen kann. Entweder euer Tontechniker oder einfach ein Bandkollege.“


Deine Performance und dein Mic

Auf der Bühne frei singen und losgelöst performen geht nur, wenn die Technik steht und keinen Ärger macht. Störgeräusche lenken ab und bringen dich aus dem Flow, du fühlst dich schnell unwohl und das zeigt sich in deiner Performance. 

Bei schlechten Mikrofonen zum Singen gibt es oft unerwünschte Nebengeräusche durch sogenannten Körperschall. Zum Beispiel durch Bewegungen auf der Bühne, die sich eventuell über das Stativ auf das Mic übertragen (Holzfußboden), beim Umlegen des Schalters am Mic, wenn du die Hand ans Mikro legst oder vielleicht auch etwas nervös das Gehäuse „begrapscht“. Dieses Wissen kann in deinen Mikrofontest einfließen.

Mit technisch guten Mikros hast du auf jeden Fall mehr Spaß!

Unbeabsichtigte Effekte müssen aber nicht unbedingt schlecht sein. Zum Beispiel der Nahbesprechungseffekt bei Mikros mit gerichteten Kapseln (Niere, Superniere): Es gibt eine Bass-Überbetonung, wenn die Schallquelle (Mund) dicht an der Kapsel ist. Dann wirkt die Stimme voluminöser und mehr wie Matt Berninger.

 

Als Vokalist und gerade als Anfänger sollte ich nicht meine Zeit und Energie damit verschwenden, die Schwächen meines Mikros auszugleichen.

 

Ein integrierter oder externer Popschutz entschärft (Ex)Plosivlaute

Die meisten Mikrofone zum Singen haben einen Popschutz integriert, doch sind externe, wie der KM-23956, wirksamer und daher vor allem im Studio zu empfehlen. Ach, übrigens: Diese Laute (b, d, g, k, p) helfen dir auch beim Test deines Mikros zum Singen.

 

4 wichtige technische Spezifikationen für Vokalisten

1. Die Empfindlichkeit des Gesangsmikrofons 

Das heißt: Wie viel Spannung liefert ein nicht angeschlossenes Mikro bei einem bestimmten Signal? Vereinfacht: Je größer der Wert, desto lauter klingt das Mikrofon und desto weniger muss der Mikrofonvorverstärker beisteuern, um mit deinem Mikrofonsignal beispielsweise im Mischpult gut „arbeiten“ zu können.

Tipp: Achte beim Vergleichen der Empfindlichkeit auf die angegebene Einheit. Normalerweise wird diese in mV/Pa angegeben, manchmal auch in mV/µ bar. Wenn die Einheiten nicht übereinstimmen, unbedingt umrechnen (1 mV µbar ≙ 10 mv/Pa)!

 

2. Die Impedanz

Die Impedanz ist ein Fachbegriff für den Innenwiderstand des Mikros (Einheit: ?, Ohm). Eine Faustregel für den Mikrofonvorverstärker: Er sollte mindestens eine Impedanz aufweisen, die etwa 5 x größer ist als die Mikrofonimpedanz. Das heißt, bei einem Mikro mit 200Ω sollte dieser mindestens ein Kiloohm (kΩ) haben. Typisch bei Vorverstärkern ist aber eher ein Wert von 2kΩ. Außerdem spielt die Impedanz eine Rolle bei der maximalen Länge des Mikrofonkabels. Je kleiner die Impedanz, desto länger kann das Kabel sein, ohne bemerkbare Höhenverluste zu verursachen.

    3. Der Grenzschalldruckpegel 

    Dieser zeigt, wie viel Lautstärke ein Mikro vertragen kann, bis es hörbar verzerrt. Je höher dieser Wert ist, desto lauter kannst du das Mikrofon besingen, ohne dass Verzerrungen entstehen. 

    Der Wert wird immer in Dezibel (dB) angegeben und oft mit max. SPL oder SPLmax abgekürzt (engl. maximum sound pressure level). Viele Anbieter lassen besonders bei dynamischen Mikros diese Angabe üblicherweise weg, da sie ohnehin einen hohen Schalldruck easy wegstecken können (z. T. >160 dB) und der Wert somit eigentlich nicht mehr relevant ist.

    Zum Vergleich: Stehst du beim Start in der Nähe einer Flugzeugturbine, preschen dir circa 140 dB ins Gesicht.

    Wie schon erwähnt, sind dynamische Mikrofone sehr pegelfest und haben in der Regel einen Wert von 130-160 dB. Kondensatormikros dagegen haben einen etwas geringeren Wert, meist um die 120-140 dB (früher eher 120 dB). Die Technik hat sich hier extrem weiterentwickelt und die Kondensatormics können immer mehr ab.
     

    Hinweis: Bei sehr hohem Schalldruck kann das Mikro auch schon mal einen Line-Pegel im Volt-Bereich abgeben. Die eventuell auftretende hörbare Verzerrung entsteht dann meistens nicht im Mikro, sondern in der jeweils nachfolgenden Stufe, zum Beispiel im Mikrofonvorverstärker.

     

    4. Der Übertragungsbereich

    Unter dem Übertragungsbereich versteht man die vom Mikrofon übertragenen und nutzbaren Frequenzen. Die Angabe beschreibt einen Bereich von tiefen bis hin zu hohen Tönen, also von niedrigen bis hin zu hohen Frequenzen. Der Übertragungsbereich wird in Hertz (Hz) oder Kilohertz (kHz) angegeben.

      In einem guten Mic findet sich der Sänger oder die Sängerin sofort wieder.

       

      Wie wichtig ist die Richtcharakteristik und wie platziere ich die Monitorboxen?

      Live on Stage vermeidest du besser ein Mikrofon zum Singen mit Kugelcharakteristik. Denn diese sind nach allen Seiten nahezu gleich empfindlich und daher verstärkt rückkopplungsanfällig. In der Regel sind es die Nieren (in allen Formen) die für dich als Sängerin auf der Bühne geeignet sind.

       

      Nils Wittrock von The Hirsch Effekt :

      „Ich nutze live eine sehr basslastige Hyperniere. Dank der Richtcharakteristik der Hyperniere habe ich auf unserer sonst sehr lauten Bühnenumgebung wenig Einstreuungen. Gerade bei kleinen Bühnen ist das allgemein wichtig, sonst streut das Schlagzeug auf das Mikro sehr ein. Und ja, dieses eine Mikro ist live auch mein absoluter Liebling, an den ich mich sehr gewöhnt habe. Damit performe ich am besten, weil ich genau weiß, wie es sich verhält.“

      Um Fiepen zu vermeiden, achte darauf, wie die Monitorboxen ausgerichtet sind: 

      • Bei einer Niere steht die Box direkt vor dem Sänger (180°, Einsprechrichtung = 0°).

      • Bei einer Superniere platzierst du die Boxen eher bei ±125° (links oder rechts vom Sänger, beide Seiten sind gleichberechtigt).

      • Bei der Hyperniere platzierst du die Boxen bei ±110° (links oder rechts vom Sänger, beide Seiten sind gleichberechtigt).

      Umschließe den Mikrofonkorb nicht mit der Hand. Schaut zwar cool aus, aber die Soundqualität leidet enorm und du musst mit plötzlichen Feedbacks rechnen.

      Fazit: Genre, Stil und deine Vorlieben sind ausschlaggebend beim Kauf

      Was macht nun eigentlich aus einem Mikrofon ein gutes Mikrofon zum Singen? Zuerst muss dir klar sein, was für dein Genre und deinen Stil passt und was dir in punkto Sound wichtig ist. Magst du es minimalistisch und bodenständig wie beim Soul, Gospel oder Blues, dann nimm ein dynamisches Mikrofon, welches deine Stimme zwar klar, aber vielleicht nicht so „akzentuiert“ wiedergibt wie ein Kondensatormikrofon. Willst du eher im Studio aufnehmen, ist ein Großmembran-Kondensatormikrofon mit goldbeschichteter Membran erste Wahl. Und wenn du lieber wilde Konzerte mit „Kabelpropeller“ gibst, nimm das dynamische – da verbeult sich neben den Bandkollegen meistens nur der Korb. Im Fall der Fälle halten sich auch die Austauschkosten in Grenzen ;-)

      Klar, Technik spielt eine große Rolle, und wenn du die oben genannten Punkte verinnerlichst, weißt du was zu dir passt und behältst den Überblick. Dann heißt es testen, testen, testen. Auch hier gilt: Erlaubt ist, was gefällt und deine Performance perfekt unterstützt. Nur durch Ausprobieren findest du das optimale Mikrofon zum Singen für dich. Als individueller Sänger hast du individuelle Vorlieben und einen individuellen Geschmack. Und das ist auch gut so. Der Wohlfühlfaktor ist das Wesentliche, nur so kannst du Musik machen.

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      Foto ©   Sloppy Joe´s, Hannah Heider, The Hirsch Effect, Christoph Eisenmenger